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Exklusiv Interview mit Gee Futuristic

























  

Es gibt nicht allzu viele Beatmaker in Deutschland, die von sich behaupten können für Namen wie Bushido, Farid Bang, K.I.Z., Kool Savas oder Snaga & Pillath tätig zu sein. Die Anzahl an Produzenten die gleichzeitig auch noch im großen Stil Beats in Frankreich platzieren, kann man an zwei Händen abzählen. Und wenn die dortigen Partner auch noch das Who is Who des Rap Francais ausmachen, bleibt eigentlich nur noch ein Name übrig: Gee Futuristic. Grund genug für ein exklusives Gespräch:

Banlieue Connexion:
Du hast für Rohff, Youssoupha, Eko du 94 oder gerade für Alonzo produziert - wen habe ich vergessen?

Gee:
Da muss ich selbst erstmal überlegen. Mir fallen auf Anhieb La Fouine, Seth Gueko, Keny Arkana oder Casus Belli ein. Jedenfalls was Rap betrifft.

Banlieue Connexion:
Der Katalog in Sachen Rap Francais ist also recht lang und sehr namhaft. Was genau meinst du mit "was Rap betrifft"? Hast du auch für andere Artists aus Frankreich produziert?

Gee:
Da wäre zum Beispiel Amel Bent. Zusammen mit meinem Kollegen X-Plosive Beats habe ich den Song "Le mal de toi" produziert, welcher glücklicherweise sogar die nächste Single vom neuen Album wird. Dazu kommen dieses Jahr noch weitere Künstler aus dem Pop oder R&B Bereich.

Banlieue Connexion:
Eine Single für Amel Bent? Damit solltest du ziemlich sicher hoch charten...

Gee:
Das wäre natürlich ein Traum. Auf den Song bin ich ohnehin besonders stolz, eben weil ich etwas ähnliches noch nicht gemacht habe. Auf jeden Fall ist dieses Projekt eine schöne Sache.

Banlieue Connexion:
Weisst du noch wer der erste französische Artist war mit dem du gearbeitet hast?

Gee:
Also der aller erste Künstler mit dem ich im Studio war, war Casus Belli. Die erste Veröffentlichung war dann allerdings Keny Arkana. Das ganze lief zeitgleich ab und ihr Projekt kam eben früher raus.

Banlieue Connexion:
Kam über Casus Belli auch der Kontakt zu Rohff ? Schliesslich ist Casus mittlerweile bei Rohff's Label Foolek gesignt.

Gee:
Im entferntesten Sinne, ja. Das Ding ist, dass Casus Belli zu der Zeit über Foolek & Banlieue Sud rauskam. Der nette Herr der Banlieue Sud leitet, ist gleichzeitig einer meiner Manager und ausserdem so etwas wie Rohff's rechte Hand. Da hatte ich also viel Glück, dass so ein guter Kontakt zu Rohff zustande kam.

Banlieue Connexion:
Du sagst, du warst mit Casus im Studio - du schickst also die Produktionen nicht nur einfach rüber, wie es oft üblich ist, sondern arbeitest auch eng mit den Künstlern zusammen?

Gee:
(grinst) Ich wünschte das würde öfter passieren. Aber es ist meistens, wie du schon sagst, von Rechner zu Rechner. Sprich: Ich mache heute einen Beat an meinem PC, schicke ihn direkt danach an meinen Manager, welcher ihn entweder mit nimmt und ihn Rohff direkt im Studio zeigt (was oft besser ist) oder er schickt ihn per Email an Rohff. Das mit dem Studio passiert im Idealfall nur, wenn man mit mehreren Produktionen auf dem Album vertreten ist. So wie z.B. bei Matt Pokora dieses Jahr und hoffentlich auch bei Rohff's kommenden Projekt. Wenn man dabei ist, kann man sich in jedem Fall besser in den Mix einbringen, was für Produzenten relativ wichtig ist.

Banlieue Connexion:
Wie kam der erste Kontakt nach Frankreich zustande? Bist du selbst schon länger ein Freund des Rap Francais oder war das eher zufällig?

Gee:
Wenn ich ehrlich bin, habe ich französischen Rap, bevor ich damit jobtechnisch in Berührung kam, kaum gehört. Die ersten Sachen waren Songs mit Ami Features. Da ich großer Neptunes Fan bin, war der Song von Pharrell und Rohff wohl einer der Ersten. Der Kontakt kam dann durch meine Manager, denn das sind Franzosen. Ich bin aber definitiv froh darüber auf diesem Weg auf die Szene aufmerksam geworden zu sein, weil ich sonst die ganze gute Musik dort verpassen würde.

Banlieue Connexion:
Hast du denn vorher französisch gesprochen oder hat die Musik auch in dieser Hinsicht neue Brücken geschlagen?

Gee:
(lacht) Aaaaaaaalso...Ich hatte in der Schule mal 1 1/2 Jahre französisch, was ich wegen dem Lehrer dann aber schnell wieder abgewählt habe (schönen Gruß nochmal!). Leider Gottes verlernt man eine Sprache recht schnell, wenn man sie selten oder sogar überhaupt nicht gebraucht. Das heisst, ich spreche bis heute vielleicht zwei Worte auf französisch, was relativ problematisch ist, wenn man mit Rap Francais Artists zusammen arbeitet. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einfach mal so gut wie NIEMAND dort Englisch spricht. Außer meinem Manager, der dann immer alles übersetzen darf.

Banlieue Connexion:
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eigentlich schon einige englisch sprechen können, es aber aus Prinzip nicht machen. Ein Hoch auf deinen Mananger...

Gee:
Dann werde ich ihnen mal auf die Finger hauen müssen. Aber ich denke bei vielen ist es einfacher mit meinem Manager auf französisch zu kommunizieren, als mit mir gebrochen Englisch zu sprechen. Manchmal unterhält man sich mit Händen und Füßen. Irgendwie kann man sich immer verständigen.

Banlieue Connexion:
Da hast du wohl recht. Du bist auf dem letzte Woche veröffentlichten Debüt Album von Alonzo vertreten. In Frankreich sind die (musikalischen) Unterschiede zwischen Marseille und Paris immer ein Thema. Wie sind da deine Erfahrungen? Wollen Artists aus Marseille einen anderen Sound?

Gee:
Bis jetzt habe ich da leider eher weniger Erfahrungen gemacht, bzw. ist mir das so nicht aufgefallen. Ich habe mit Alonzo gearbeitet und momentan auch mit Soprano. Was Beats angeht, sehe ich da aber nur von Künstler zu Künstler Abweichungen. Der "Top Gun" Beat von Alonzo ist eher etwas härter, wobei die Produktionen die Soprano favorisiert, eher melancholisch angehaucht sind.

Banlieue Connexion:
Mal ganz nebenbei ist nicht nur das Alonzo Album an sich der Hammer, sondern auch dein Beitrag ein Killer...

Gee:
Tausend Dank. Freut mich sehr das es gefällt. Ich persönlich habe z.B. "Top Gun" auch erst am Releasetag gehört und war mehr als zufrieden mit dem Ergebnis.

Banlieue Connexion:
Natürlich hast du auch schon mit vielen großen Namen in Deutschland gearbeitet. Siehst du hier Unterschiede zu Frankreich in Sachen Soundvorstellungen oder Arbeitsweise?

Gee:
Ich sehe Unterschiede zwischen großen, schon etablierten Künstlern und noch kleineren, eher im Untergrund agierenden. Die Etablierten, wie z.B. Rohff oder in Deutschland Bushido arbeiten sehr professionell. Da macht eine Zusammenarbeit dann auch mehr Spaß, eben weil alles so glatt verläuft. Was den Sound von Deutschland und Frankreich betrifft, würde es sicher Unterschiede geben. Das Ding ist aber, dass sich nicht wenige deutsche Künstler an Frankreich orientieren und der Sound sich deshalb teilweise recht ähnlich ist.

Banlieue Connexion:
Du würdest also sagen, viele schauen heute nicht mehr nur in die USA, sondern finden in Frankreich ihre Vorbilder?

Gee:
Meine Rede. Das betrifft natürlich längst nicht alle Künstler aber bei vielen hört man den französischen Einfluss einfach raus. Natürlich gibt es wesentlich mehr Künstler die weiterhin ihre Vorbilder in den USA haben. Aber ein paar der hier kommerziell Erfolgreichen, feiern mehr den Rap Francais.

Banlieue Connexion:
Wie ist das mit dir selbst? Fokussierst du dich derzeit mehr auf den französischen Markt?

Gee:
Definitiv! Der Markt ist, im Gegensazu zu dem in Deutschland, noch richtig in Takt und die ganzen Strukturen im Rap Bereich sind viel größer als hier. Bei uns verkaufen die Artists immer weniger, Rap Francais Künstler wie Rohff setzten immer noch locker 200.000 ab. Außerdem ist die ganze Szene dort oft viel positiver eingestellt. Das merkt man schon an der Stimmung bei den Konzerten. Aber natürlich bin ich mit dem Herzen in Deutschland, eben weil ich ein Deutscher bin. Es gibt Künstler hier, mit denen bin ich aufgewachsen und habe jetzt die Chance mit ihnen zu arbeiten.

Banlieue Connexion:
Kannst du ein Beispiel für solch einen Artist geben?

Gee:
Kool Savas, Azad, Samy Deluxe....da gibt es einige. Dieses Jahr werden definitiv auch einige Projekte in Deutschland kommen. Vielleicht sogar in Verbindung mit französischem Rap.

Banlieue Connexion:
Gibt es Rap Francais Artists mit denen du gerne mal zusammen arbeiten würdest?

Gee:
Ich würde gerne mit Sefyu arbeiten. Auch Zaho wäre cool. Die beiden fallen mir spontan ein. Da gibt es aber noch einige mehr.

Banlieue Connexion:
Bei welchen Rap Francais Releases dürfen wir uns in Zukunft auf deine Produktionen freuen?

Gee:
Momentan fokussiere ich mich auf Rohff. Das Album wird verrückt. Dann versuche ich noch Beats auf dem nächsten Soprano Album zu platzieren. Mit Tunisiano ist auch etwas geplant. Aber das ist noch längst nicht alles. Ich habe derzeit so viele Projekte am laufen, dass ich selbst kaum mehr durch blicke (lacht).

Banlieue Connexion:
In deinem Fall würde ich sagen, ist zuviel Arbeit sicherlich positiv. Die letzten Worte gehören dir...

Gee:
Ich bedanke mich erstmal für das Interview! Dann möchte ich erwähnen, dass mir die Banlieue Connexion in der Vergangenheit oftmals sehr geholfen hat Informationen über Rap Francais Künstler zu sammeln. Auch dafür bedanke ich mich nochmal. Ausserdem gehen tausend Grüße an mein ganzes Team im In- und Ausland und an alle die mich in irgendeiner Weise supported haben. Lest meinen Blog, followed mir bei Twitter, added mich bei Facebook, friendrequestet mich bei Myspace. Sofort!



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